Wir laden Sie/ Euch herzlich zu unserer nächsten Fragestunde im Rahmen der Kirchengemeinderatssitzung am Montag den 8. Juni in der Zeit von 19.30 bis 20.00 Uhr ins Pastorat ein.
Euer Kirchengemeinderat.
Regionen- Prozess in der Region V.
Segeln in stürmischem Gewässer: Der Regionen-Prozess
Prominenter Besuch in der Drelsdorfer Kirche: Propst Mathias Lenz war gekommen. Mit ihm zusammen wurde Pastor i. R. Andreas Hamann begrüßt, zuletzt Geschäftsführer des Diakonischen Werks Ditmarschen. Am Montag, den 4. Mai führten sie gemeinsam durch einen Informations- und Motivationsabend zum laufenden Regionen-Prozess in unserem Kirchenkreis.
EKD-weit sieht sich die evangelische Kirche großen Herausforderungen gegenüber. Was schon seit vielen Jahren immer wieder angekündigt, aber zumeist doch als ein Problem ferner Zukunft wahrgenommen wurde, es geschieht jetzt vor unseren Augen: Die verfügbaren Kirchensteuermittel gehen deutlich zurück. Immer mehr Kirchengemeinden können ihre Haushalte nicht mehr decken.
Die Ursachen sind mehrschichtig: Die Einkommensteuer, nach der die Kirchensteuer berechnet wird, stagnieret wegen der schwachen Wirtschaftslage insgesamt. Die Menschen haben weniger finanzielle Spielräume. Und das bedeutet auch: Die Neigung zum Kirchenaustritt verstärkt sich. Dies alles bedeutet für die Kirche: Der Rotstift sagt unerbittlich, was in den kommenden Jahren noch möglich ist und was nicht.
Gleichzeitig ist der akute Mangel an Pastorinnen und Pastoren unübersehbar. Die Theolog*innen der „Boomer“-Generation haben die Pensions-Grenze erreicht. Sie hinterlassen gegenwärtig vermehrt freie Pastorenstellen, für die es schon jetzt nicht mehr genug neue Bewerbungen gibt. Das bedeutet: Selbst, wenn ausreichend Geld vorhanden wäre, um alle derzeitig vorhandenen Pastor*innenstellen zu besetzen: Es geht nicht. Weil das Personal dafür fehlt.
Aber das Geld fehlt eben auch. Absehbar werden die Einnahmen aus Kirchensteuern in den nächsten Jahren um 20 bis 30 % zurückgehen. In dieser Lage hat unsere Nordkirche Vorgaben für ein umfassendes Sparkonzept gemacht. Dabei wurde für die Kirchenkreise die Zahl der neu zu besetzenden Pastor*innen-Stellen abgesenkt. Für unseren Kirchenkreis bedeutet das: Gab es 2023 noch 63 Pfarrpersonen, so wird der pastorale Dienst ab 2030 auf 41 Pfarrstellen reduziert. Des Weiteren müssen sämtliche Ausgaben für Personal und Gebäude einer strengen Prüfung unterzogen werden. Schmerzhafte Einschnitte sind dabei wohl unumgänglich. Bis November dieses Jahres sollen die Kreissynoden entscheiden, wie ab 2030 das kirchliche Leben in ihren Bereichen neu geordnet werden soll.
Um dabei möglichst alle Beteiligten mitzunehmen, wurde unser Kirchenkreis in neun Regionen gegliedert, deren Kirchengemeinden von September 2025 bis September 2026 Konzepte für eine engere Zusammenarbeit mit weniger Ressourcen erarbeiten sollen. Die Kirchengemeinde Drelsdorf gehört mit den Kirchengemeinden Ockholm, Langenhorn, Bargum, Bordelum, Bredstedt, Breklum und Joldelund, zur Region V zusammen (vorgeschlagener Arbeitsname: „Stollberg und Geest“). Ursprünglich zählte auch die Kirchengemeinde Hooge dazu. Doch aus geographischen Gründen bedürfen die Inseln und Halligen einer besonderen Betrachtung.
Für diese acht Kirchengemeinden werden die bisherigen Pfarrstellen ab 2030 auf die Zahl 4 ½ abgeschmolzen. Zu den bisherigen Beratungsergebnissen zählt, dass auch die künftigen Pfarrpersonen konkreten Seelsorgebezirken als Ansprechpartner zugeordnet bleiben. Für Drelsdorf bedeutet dies: Künftig wird sich die Kirchengemeinde gemeinsam Joldelund eine Pfarrperson teilen. Einig sind sich die Vertreter beider Kirchengemeinden, dass diese Person nicht notwendigerweise in einem der beiden vorhandenen Pastorate wohnen muss. Sondern dass die beiden Kirchengemeinden innerhalb ihres Bezirks eine Dienstwohnung zur Verfügung stellen, die auf die Lebensverhältnisse (z.B. Größe der Familie) der betreffenden Person abgestimmt ist. Deutlich ist auch schon, dass künftig nicht mehr in beiden Kirchen an jedem Sonntag ein Gottesdienst um 10:00 Uhr stattfinden wird.
Schon jetzt wollen sich die beiden Kirchengemeinden bei der Planung von Veranstaltungen enger miteinander abstimmen und dies auch bei der Werbung in Gemeindebrief und anderen Medien tun.
Bis September bleibt aber in der gesamten Region V noch viel Arbeit für ein tragfähiges Konzept der regionalen Zusammenarbeit. Die gegenwärtigen Pastor*innen sind im Gespräch über eine verstärkte Zusammenarbeit bei geringerem Personalbestand: über die Organisation künftiger Gottesdienstvertretungen, über eine Zusammenarbeit im Konfirmandenunterricht sowie über ein abgestimmtes Verhalten bei Amtshandlungen.
Mit den Kirchenältesten zusammen wurde schon intensiv über die künftige Verwaltung und den Gebäudebestand debattiert. Hier gibt es aber noch viel Klärungsbedarf: zum Beispiel darüber, wie weit die vorhandenen Kirchenbüros reduziert oder zusammengelegt werden können. Oder wer künftig für die Pflege und Verwaltung der Friedhöfe zuständig ist. Oder darüber, welche Gebäude – auch durch eine Veränderung oder Erweiterung ihrer Nutzung – weiterhin wirtschaftlich betrieben werden können und welche zu veräußern sind. Konstruktive Vorschläge aus der Mitte der Kirchengemeinden sind erwünscht; Denkverbote gibt es nicht. Letztlich gilt: Was wir in den Kirchengemeinden nicht selbst zu einem wirtschaftlich tragfähigen Ergebnis bringen können, wird im November die Kreissynode entscheiden.
Zu dem Abend mit Propst Lenz und Andreas Hamann kamen nicht nur Drelsdorfer Gemeindeglieder, sondern auch einige aus der näheren Umgebung – aus Joldelund, aus Breklum. Sie alle waren nachdenklich geworden. Alle durften mitnehmen: in jeder Krise steckt auch eine Chance zu mehr bewusster Gemeinschaft. Und wir alle dürfen uns immer wieder von der Hoffnung aufrichten lassen, dass es der auferstandene Herr ist, der uns als seine Kirche trägt. Auch wenn er uns die Prüfung auferlegt, mit bescheideneren Mitteln seine frohe Botschaft zu verkündigen.